Jan 142013
 

Feuchtes Mauerwerk kann viele Ursachen haben

Die Häuser und Wohnungen in Deutschland sind immer besser gedämmt. Diese eigentlich sehr positive Entwicklung kann aber auch zu Problemen führen. So kann die Kondensation von etwa durch Duschen und Kochen entstandenem Wasserdampf zu feuchten Innwänden führen. Dadurch, dass bei modernen Häusern die Gebäudehülle meist besonders gut abgedichtet ist und energieeffiziente Fenster im geschlossenen Zustand nahezu keine Luftzirkulation ermöglichen, ist dieses Thema aktueller denn je.

Feuchtes Mauerwerk - Artikelbild Ziegelsteine

Katharina Scherer / pixelio.de

Feuchtes Mauerwerk kann bei modernen Häusern, aber auch bei Altbauten, auf eine Reihe anderer Ursachen zurückzuführen sein. So können Witterungseinflüsse und Bodenfeuchte, in Verbindung mit teils nur kleinen Bau- und Planungsmängeln dazu führen, dass Feuchtigkeit von Außen in die Gebäudehülle eindringen kann. Schimmel in der Wohnung ist nur eine der möglichen Folgen. In diesem Artikel befassen wir uns mit Gründen für feuchtes Mauerwerk und geben Tipps zur Sanierung.

 

Gründe für feuchtes Mauerwerk und Feuchtigkeitsschäden

Geht ein Wasserschaden auf sogenannte Wassernotstände, wie beispielsweise Überschwemmungen und Defekte Wasserleitungen zurück, versteht man unter einem Feuchtigkeitsschaden einen Bauschaden, der etwa an einem Wohnhaus durch Feuchtigkeit entsteht. Die Gründe hierfür können Kondensation, Bodenfeuchte oder Witterungseinflüsse sein.


 

Bodenfeuchte und Kapillareffekt

Bauteile mit Kontakt zur Erde, etwa Kellerwände und -Böden, sind der Bodenfeuchte ausgesetzt. Es kann zum Eindringen von Grundwasser, Sickerwasser und/oder Stauwasser kommen. Stauwasser bildet sich insbesondere nach ausgiebigen Niederschlägen oder nach der Schneeschmelze und wenn Wasserundurchlässige Schichten die Versickerung des Sickerwassers behindern. Es kann insbesondere bei Häusern mit Hanglange seitlich in den Kellerboden oder in die Kellerwände eindringen. Bis an den Kellerboden heranreichendes Grundwasser, sogenanntes drückendes Wasser, kann ebenfalls ein Grund für feuchtes Mauerwerk sein. Durch die Kapillareffekte im Mauerwerk in Verbindung mit fehlerhafter, unzureichender oder nicht vorhandener horizontaler Absperrungen, kann es zu feuchtem Mauerwerk über Geschosse hinweg kommen.

 

Witterungseinflüsse, Baumängel und Dachform

Die über der Erde liegenden Teile des Hauses sind ständig den Einflüssen von Wind, Regen bzw. Schnee ausgesetzt. Auch kleinste Schäden, z.B. an den Außenwänden oder am Dach des Gebäudes, können dazu führen, dass Wasser eindringt. Auch die Dachform kann je nach klimatischen Bedingungen Probleme aufwerfen. So ist etwa ein Bungalow mit Flachdach anfälliger für Feuchtigkeitsschäden als ein Bungalow mit Satteldach.

 

Kondensation von Luftfeuchtigkeit in der Wohnung

Wie schon in der Einleitung angesprochen, ist dieses Problem nicht zu unterschätzen. Die zu hohe Luftfeuchtigkeit kann sowohl während der Bauphase als auch kurz danach meist auf die verwendeten Baustoffe zurückgeführt werden. So wird im Massivbau viel Wasser für die Verarbeitung von Baustoffen wie Mörtel, Putz und Beton benötigt. Daneben muss berücksichtigt werden, dass Baustoffe wie Holz eine hohe Eigenfeuchte haben können. Diese so „ins Haus gebrachte“ Feuchtigkeit benötigt Zeit zum Entweichen. Kein Bauherr lässt aber sein fertigstelltest Haus über Wochen leer stehen, nur damit Feuchtigkeit entweichen kann.
Die bei der Nutzung des Hauses entstehende Feuchtigkeit durch Duschen, Kochen und Putzen oder auch nur durch Atemluft, sollte nicht unterschätzt werden. Auch Sie kann bei gut gedämmten Häusern und falschem Nutzungsverhalten zu feuchten Wänden führen.

 

 

Tipps zur Sanierung

Hier sind einige kurze Tipps wie sie Schäden durch feuchtes Mauerwerk vorbeugen oder beseitigen können.

 

Was ist die Ursache für das feuchte Mauerwerk?

Zuerst muss die genaue Ursache sowie der Ort des Schadens festgestellt werden. Dies ist meist nicht einfach. Denn die Eintrittsstelle kann weit von der Stelle an der, der Feuchtigkeitsschaden auftritt entfernt sein. Ziehen Sie einen Fachmann im Zweifelsfall mehrere Experten zurate. Dies ist in der Regel günstiger als eine falsch durchgeführte Sanierung.

 

Sanierung von Innen

Für die Sanierung wird die schadhafte Stelle von außen freigelegt, ggf. saniert und dann wieder abgedichtet. Bei Gebäudefugen und im Keller kann das etwa durch Nachbarbebauung nicht durchführbar sein. Der Schaden muss dann von der Innenseite des Gebäudes beseitigt werden. Hierfür gibt es eine Reihe unterschiedlicher Verfahren. Ganz interessant, ist in diesem Zusammenhang die Idee von Aquapol.

 

Planungs- oder Baumängel – Ein Gutachter muss her!

Sollte die Vermutung aufkommen, dass Planungs- oder Baumängel zu dem Feuchtigkeitsschaden geführt haben, ist in jedem Fall ein Gutachter zu Beauftragen. Liegt der Grund für feuchtes Mauerwerk in der Konstruktion des Gebäudes (Neubau) begründet, wird mit Sicherheit einiges an Aufwand, wahrscheinlich auch Ärger auf alle Beteiligten zukommen.

 

Zur Vorbeugung von Feuchtigkeitsschäden

Regelmäßiges Lüften und der Einsatz einer Klimaanlage können helfen. Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen oder falls man bereits von feuchtem Mauerwerk betroffen ist, als Notbehelf dienen. Das gleiche gilt für Luftentfeuchter. Man sollte aber darauf achten, dass Klimaanlagen fachgerecht installiert und richtig eingestellt sind. Ist dies nicht der Fall, können die Geräte sonst selbst zur Ursache für Feuchtigkeitsschäden werden. Als ideal gilt sowohl für das Gebäude als auch für die Bewohner eine Luftfeuchtigkeit von 40% bis 60%.

 

Weitere Infos zu dem Thema feuchtes Mauerwerk:
http://www.institut-erfurth.de/pdf/sanier02.pdf

Verfasst von: Christian

Hallo, ich bin Christian, Mitarbeiter bei Bungalow-Bauen.com und habe bisher 25 Artikel für diesen Blog geschrieben. Mehr Information über meine Tätigkeit finden Sie hier

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