Dez 292012
 

Je niedriger der U-Wert des Fensters, umso mehr kann gespart werden!

Moderne Fensterkonstruktionen bieten heutzutage, unabhängig von dem verwendeten Material, gute, manchmal sogar sehr gute wärmedämmende Eigenschaften. Dennoch,das Fenster ist auch heute oftmals eine Schwachstelle in der thermischen Hülle eines Hauses.

Der U-Wert von Fenstern ist bei einem Passivhaus besonders wichtig.

Rainer Sturm / pixelio.de

Wer sich gerade in der Bauplanung befindet oder die Fenster seines Bungalows austauschen möchte, sollte sich in jedem Fall die Zeit nehmen und sich mit dem u-Wert bei Fenstern auseinandersetzten, denn je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert), desto mehr kann bei den Energiekosten gespart werden. Wir geben einen kurzen Überblick zu den gebräuchlichsten Fensterkonstruktionen und -ausführungen.
 

 

Energiesparfenster bieten viel Einsparpotential

Zwar hat sich mit modernen Fenstern das Missverhältnis des Wärmeverlustkoeffizienten zur Außenwand stark angeglichen, dennoch ist das Einsparpotenzial gerade beim Energiesparfenster enorm. So kann gemäß des Bayerischen Landesamt für Umwelt durch Energiesparfenster mit 3-Scheiben-Verglasung der Wärmeverlust um bis zu 90 % verringert werden. Der für die dritte Scheibe zu zahlende Aufpreis, gegenüber einer 2-Scheiben-Verglasung, kann sich bei Neubauten oder einer anstehenden Sanierung bereits nach rund 5 Jahren amortisiert haben.

 

Der U-Wert bei Fenstern

Der Wärmedurchgangskoeffizient U-Wert ist ein spezifischer Kennwert eines Bauteils (Energiemenge pro Zeiteinheit, die durch Fläche von 1 m² fließt, wenn die beidseitig anliegenden Lufttemperaturen stationär um 1K (Kelvin) differieren). Der U-Wert bestimmt sich in erster Linie durch die Wärmeleitfähigkeit und Dicke der verwendeten Materialien sowie durch die Wärmestrahlung und Konvektion an den Oberflächen. Bei Fenstern spielen außerdem solare Wärmegewinne während der Heizperiode sowie die Einsparungen von künstlichem Licht durch natürliches Licht von außen eine wichtige Rolle und wirken sich positiv auf die Energiebilanz des Hauses aus.


 

Richtwerte U-Wert Fenster

Je höher der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert), desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft des Materials. Hier einige typische U-Werte für verschieden Fensterarten im Bauwesen.

  • Einfachfenster mit dicke von 4 mm: U-Wert in W/(m²K) 5,9
  • Doppelfenster: U-Wert in W/(m²K) 3,0
  • Fenster mit Isolierverglasung mit dicke von 2,4 cm: U-Wert in W/(m²K) 2,8–3,0
  • Fenster mit Wärmeschutzverglasung mit dicke von 2,4 cm: U-Wert in W/(m²K) ca. 1,3
  • Fenster im Passivhausstandard: U-Wert in W/(m²K) 0,5–0,8

 

Ausführungen von Fenstern – Ein Überblick

 

Einfachfenster

Bei dem Einfachfenster sind die Flügel innen oder außen angebracht. In manchen Fällen sind sie auch mit einem Fensterladen oder einem Jalousieladen mit einer ausspreizbaren Sprossung kombiniert. Das Einfachfenster war bis zum Jahr 1820 der Standard im Fensterbau. Erst seit den 1950er-Jahren wurden doppeltverglaste, dann thermoverglaste Einfachfenstertypen entwickelt. Einfachfenster nur mit Einscheibenverglasung sind bei Neubauten, wenn sie beheizt werden, heute nicht mehr zugelassen. Einfachfenster mit Mehrscheiben-Isolierverglasung (Isolierglasfenster) hingegen haben in der Regel gute Dämmeigenschaften.

 

Doppelfenster

Bei dem Doppelfenster werden an einer Zarge mehrere Fenster hintereinander angebracht oder mehrere Glasscheiben in einen Fensterflügel montiert, so soll durch den entstehenden Zwischenraum zusätzliche Wärmedämmung erreicht werden. Ein Doppelfenster kann hohe Anforderungen an Wärmedämmung, Winddichtheit und Schallschutz erfüllen.

 

Verglasung

Seit Mitte der 1980er werden vorwiegend Isolierglasfenster (Einfachfenster mit einer 2-Scheiben-Isolierverglasung und Drehkippbeschlag) verbaut. Das Isolierglasfenster ist konstruktiv ein Einfachfenster, wobei statt der einfachen Glasscheibe eine Anordnung aus zwei Glasscheiben verwendet wird. Diese sind mit einem gasdichten Rahmen untrennbar verbunden (Mehrscheiben-Isolierglas). Im Scheibenzwischenraum befindet sich ein Edelgas, (Argon oder Krypton). Ab Anfang der 2000er Jahre werden Dreifach-Isoliergläser mit immer besserer Wärmedämmung gebaut. Die Wärmedämmung der Fenster wird hierdurch erheblich gesteigert und ermöglicht den Bau von Niedrig-Energie- und Passivhaushäusern.

 

Materialien

 

Holzfenster

Die gute Wärmedämmung und leichte Bearbeitbarkeit sind die wichtigsten Vorteile von Holzfenstern. Das Holzfenster bedarf allerdings relativ viel Pflege, um die Witterungsbeständigkeit auch langfristig gewährleisten zu können.

 

Holz-Aluminiumfenster

Das Holz-Aluminiumfenster verbindet eine witterungsbeständige Außenhülle mit dem wohnlichen Charakter des Holzes im Innenbereich. Die tragenden Teile des Fensters aus Holz sind dabei aus Holz, eine Aluminiumschale wird außen vorgeblendet und schützt so die Fensterkonstruktion vor Witterungseinflüssen.

 

Aluminiumfenster

Aluminiumfenster werden aufgrund ihrer Strapazierfähigkeit und der guten statischen Eigenschaften vor allem in öffentlichen Gebäuden und Büros eingebaut. Für Glasfassaden sind ebenfalls Aluminiumprofile üblich. Zur Wärmedämmung werden bei Isolierverglasung Innen- und Außenschale durch Kunststoffstege getrennt (thermische Trennung).

 

Kunststofffenster

Moderne Fenster aus Kunststoff enthalten im Inneren des Rahmens und des Flügels Verstärkungen aus Aluminium, Stahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Nachteilig ist eine relativ große Rahmenstärke im Verhältnis zur Glasfläche, was sich ungünstig auf den thermischen Gewinn durch die Sonneneinstrahlung auswirken kann.

 

Das KfW – Förderprogramm nützen!

Die Förderprogramme der KfW zum energieeffizienten Bauen zielen mitunter auch auf die verbesserte Wärmedämmung von Fenstern ab. Entsprechende Baumaßnahmen von Privatpersonen, Wohnungsbaufirmen und Gemeinden können mit Zuschüssen und/oder vergünstigten Darlehen gefördert werden.

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmedurchgangskoeffizient

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmeschutzverglasung

Verfasst von: Sarah-Ann Grün

Hallo, ich bin Sarah-Ann Grün, Redakteurin bei Bungalow-Bauen.com und habe bisher 12 Artikel für diesen Blog geschrieben. Mehr Information über meine Tätigkeit finden Sie hier

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